von Jeremias Gotthelf,

sanft bearbeitet von Tanja Alexa Holzer

 

Auszug:

«Ein unbewölkter Himmel wölbte sich über meiner Wiege, eine heitere Sonne strahlte mir einen heiteren Sinn ins Herz hinein. Freundliche Eltern erfreuten sich meiner, schmückten meine Tage, mein Frohsinn zog die muntere Jugend an und Freunde ketteten sich an mich. Die ganze Welt lächelte mir zu, bestreute meine Bahn mit Blumen, und diese Blumen wurden zu süssen Mädchenaugen, und das süsseste dieser Augenpaare grub sich mir ins Herz hinein, siedelte sich darin als meine Geliebte an, und die Geliebte wurde zum Weib und wohnte nun in meinem Haus, und das Haus wurde mir zum Himmel. Kleine Engel bevölkerten ihn und kein dunkler Schatten fiel auf das Haus, keine Schlange schlich sich ein, kein Engel jagte mit dem Flammenschwert Gefallene aus.

Aber plötzlich erhob sich eine schwarze Wolkenwand und trat vor meine Sonne, und in dieser Wolke sass der Tod, und diese Wolke stand still über meinem Haus, wollte nicht weiter, und Haupt um Haupt schlug mir der Tod, und als keines mehr zu schlagen war als das meine, da wollte der Tod das meine nicht. Er eilte weiter. Aber über meinem Haus liess er die Wolke stehen, und ich sah keine Sonne mehr, kein freundlicher Blick gab mir Licht, gab mir Kraft ...»

 

Lesezeit ca. 50 Minuten (16'180 Wörter)

E-Book Format EPUB

 

Silvestertraum

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