Jeden Tag ein bisschen Rauch und Hexerei

27. Oktober, Räuchertagebuch: Ein rauchiges Duft-Experiment von Wortfeger beginnt heute mit Neem!



Ernsthaft und eindringlich habe ich es versucht - ohne Erfolg. Wer mich länger kennt, weiss, dass ich vor Jahren einen Onlineshop mit allerlei Räucherstäbchen, -kegeln und -werk betrieb. Richtig schamanisch, jawohl, mit Unmengen von duftenden Kräutern, Hölzern und Harzen.

Aus dieser Zeit habe ich noch viel angebrochene Verpackungen und die wollte ich nun weg haben. Platz schaffen. Loslassen ...


Nix da. Die riesige Kiste bleibt hartnäckig bei mir. Die Räucherstäbchen fanden neue Besitzer, Räucherkegel und reines Räucherwerk nicht ... «Also bleibt ihr halt da, ihr lieben Duftstoffe.»


Jetzt beginnt das grosse Räuchern: Die Feuerschale erhält einen Stammplatz auf meiner Terrasse und ich werde immer mal wieder etwas davon in die Lüfte freigeben. Und sporadisch davon berichten.


27. Oktober 2020, Räuchertagebuch: Neem Räucherkegel

Neem? Was ist das?

Der Neem- oder Niembaum gehört zur Mahagonifamilie. Fast all seine Pflanzenteile werden in der Medizin oder in der Landwirtschaft genutzt. Seine Blätter können zerbröselt geräuchert werden, aber auch sein Harz oder Holz. Zum Wikipedia-Artikel über Niembaum.

Welche Pflanzenteile in den Räucherkegeln von Holy Smokes der Firma Berk verarbeitet wurden, kann ich nicht sagen. Vergebens suche ich einen Hinweis auf der Verpackung.


Auszug aus meinem Buch «Spirituell räuchern, aha!»

Neem: krautig und herb, ayurvedisch, erden und reinigen, frisch, gegen Krankheit und für Reinheit, ideal für Räucherungen in Krankenzimmern.


Aha, lustig, in Krankenzimmern ... wie passend. Die Welt mutiert momentan zu einem riesigen Krankenzimmer. Es krankt überall, nicht nur körperlich, sondern weiter verbreitet seelisch und wirtschaftlich. Corona sei dank. Die zweite Welle ist da und schnürt viele Freiheiten ein.


Ich bin gesund. Während ich dem kleinen Räuchlein zusehe, welches vom Räucherkegel ausströmt und über meine Terrasse davonwabert, fühle ich mich wohl.

Wir alle sind gezwungen, einen Gang runterzuschalten. Ich atme den krautigen, herben Duft des Neem ein und spüre, wie es in mir etwas macht: Ich spüre den Moment. Ich bin hier. Ich atme. Bewusst. Angenehm geerdet.


Mit dem Rauch verfliegt meine Gegenwehr. Ja, in den letzten Tagen spürte ich enormen Widerwillen gegen diese zweite Welle und was sie uns alles nimmt ... Schon wieder und nun wohl noch heftiger!

Ich atme tief ein. Frieden kehrt ein. Und Neugier: Was wird Corona noch alles mitbringen? Welche Türchen schliesst das Virus und welche öffnet es? Hätte ich ohne Corona diesen Räucherkegel heute Morgen angezündet? Hätte ich überhaupt Ja gesagt zu der ganzen Räucherkiste? Vielleicht hätte ich sie einfach entsorgt ... aus Zeitnot. Anderes ist wichtiger. Wer weiss ... Ist anderes wirklich wichtiger? Ich stehe hier, atme bewusst und fühle mich wohl. Was, bitteschön, soll denn wichtiger sein?


Jetzt erst recht. Ich öffne die kleine Kartonbox, hole einen zweiten Kegel heraus: Der darf nun auch in die Freiheit, sich auflösen in der kühlen Herbstluft. Das zweite Räuchlein steigt auf und mir fällt ein: «Häxli» taufte meine Freundin mich vor wenigen Tagen. Passt doch. Den Feger habe ich mit meinem Logo stets dabei und nun räuchere ich wieder.


Bleibt gesund und glücklich, herzlich, der buchverrückte Wortfeger Tanja A. Holzer




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